Mein erstes Kind ist per Notkaiserschnitt zur Welt gekommen. Es war ein großer Schock für mich und ich habe lange Zeit danach darüber getrauert, dass mir eine vaginale Geburt und ein schöner Weg in die Mutterschaft beraubt wurde. Deswegen hatte ich den starken Wunsch mein zweites Baby vaginal zu entbinden.

Überwältigende Schmerzen

Als ich mich über die pausenlosen Wehen beklagt habe, war die Hebamme toll und meinte, dass sie es auf dem CTG sehen kann und ob ich vielleicht versuchen möchte in die Wanne zu gehen, um ein bisschen entlastet zu werden. Dass ihr die Wehen Sorgen machten, hat sie mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt.

Einer meiner Wünsche war eine unmedizinische Geburt und eventuell in der Wanne zu gebären, also ab ins Wasser mit mir. Leider hat es mir nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Die Hebamme fragte dann, ob ich doch nicht Lachgas annehmen würde, dafür müsste ich aber wieder aus dem Wasser heraus. 

Okay ja, DANKE! Ich bekam die Instruktionen, wie das Gas zu benutzen sei. Ah, war das herrlich. Das nahm schon etwas von den Schmerzen. Beim Kribbeln und fast keinem Gespür mehr in den Beinen habe ich gedacht, dass ich vielleicht doch eine kleine Pause einlegen sollte.

Geht es jetzt schief?

Die Hebamme hat mich wieder untersucht und festgestellt, dass ich mich nicht weiter geöffnet hatte. Sie holte die Ärztin, die auch bei der Geburt meines Sohnes dabei war. Sie war die Erste, die den letzten Kaiserschnitt erwähnt hatte. Und ich bin innerlich sehr sehr dankbar dafür.

In meinem neuen Versuch vaginal zu entbinden brauchte ich nicht über Kaiserschnitte zu hören. Ich habe auch sofort gemeint, das dieses Mal kein Kaiserschnitt gemacht wird und ob ich versuchen sollte, eine andere Stellung einzunehmen.

Während jeder Wehe habe ich meine geübte Entspannungstechnik durchgeführt. Es hat mir so viel gebracht. Die Wehen waren aushaltbar, ich habe aktiv etwas gemacht und hatte eine “Aufgabe”. Ja, die Geburt ist die Aufgabe, aber so habe ich mich in Kontrolle gefühlt.

Blasensprung

Ich habe die Hebamme wieder gebeten mich zu untersuchen, jetzt müssten doch Fortschritte passiert sein. Zufälligerweise habe ich während der Untersuchung eine Wehe bekommen und die Hebamme konnte spüren, dass es eine gute Idee sein konnte die Fruchtblase platzen zu lassen.

Gesagt, getan! Das Fruchtwasser ist richtig raus geflossen und der schlimmste Druck war erstmal vorbei. In erster Linie eine große Erleichterung für mich. Sie wollte mich dann auf die Seite legen, um das Kind weiter nach unten zu locken. 

Das war so ein Schmerz, den ich gar nicht beschreiben kann. Es waren nicht die Wehen, sondern meine Knochen, mein Becken. Da habe ich schnell gesagt, dass das gar nicht geht und wir haben eine seitliche Mittelstufe gefunden, die für mich möglich war.

Die tolle Hebamme

Ein wenig später habe ich angefangen zu zittern, das hat der Hebamme überhaupt nicht gefallen. Die Ärztin wurde wieder gerufen – dieses mal eine andere. Ob sie sich wegen einer Saugglocke oder Zange oder einem Kaiserschnitt unterhalten haben, weiß ich nicht, aber die Hebamme blieb ab da an die ganze Zeit bei mir, trotz vollen Hauses.

Seit dem Blasensprung hatte ich mich weiter geöffnet und war fast am Ziel. Die Hebamme meinte, dass ein “Zaun” noch in der Öffnung war, der zuerst weg musste bevor es weitergehen konnte. Ich war da auf meinen Knien, aber fühlte schon, dass ich drücken musste und nicht wirklich “zurück halten” konnte.

Die Hebamme ging dann schnell raus um die Ärztin wieder zu holen. Als sie zurückkam, meinte ich nochmal, dass ich drücken muss. Sie schaute nach und sagte: “Das Kind kommt!” Was für ein toller Moment. Sie hat mich mit den Worten umgedreht: “Dann gibt es jetzt kein Gas mehr.” 

 

Weiter gehts mit Meine Geburt | Teil 3: Meine VBAC.

Katrine unterrichtet Schwangerschaftsyoga, bei dem sie sehr viel Wert auf Meditation und Visualisierung der Geburt legt. Außerdem werden in der Yogapraxis die Muskeln gekräftigt, verschiedene Pranayamas für das Wohlbefinden ausgeführt, die Geburt wird geübt und durch Entspannungsübungen lernt die Frau während der Wehen loszulassen.

Weitere Informationen: https://vitamin-bewegung.de/schwangeren-yoga-berlin

Katrine Kroløkke Allibert

Katrine ist es wichtig ein gesundes Training anzubieten. Zusammen sprechen wir über und erarbeiten Körperstellungen, die Wahrnehmung vom Selbst und Atemübungen. Ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Levels ist für sie purer Genuss.

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