Mein erstes Kind ist per Notkaiserschnitt zur Welt gekommen. Es war ein großer Schock für mich und ich habe lange Zeit danach darüber getrauert, dass mir eine vaginale Geburt und ein schöner Weg in die Mutterschaft beraubt wurde. Deswegen hatte ich den starken Wunsch mein zweites Baby vaginal zu entbinden.

Das Kind kommt!

WAS?!?!?!?! Man kann sich das ja denken: wenn man drücken soll, kann man nicht gleichzeitig Lachgas inhalieren! Da habe ich mir innerlich wirklich eine PDA gewünscht und dachte es wäre auch in Ordnung weniger spüren zu können, weil AUA! Und nicht nur ein bisschen!

Ich konnte mich überhaupt nicht zurückhalten und habe gedrückt, ich hatte keine Wahl, die Urkräfte haben total übernommen! Ich wollte gleichzeitig von der Situation weg und habe mich auch mit den Füßen weggedrückt, während die Hebamme mir zugerufen hat, dass ich das nicht machen sollte.

In einer Pause hat die Hebamme mich die Haare vom Baby fühlen lassen. Das war so toll und hat mich ermutigt weiterzumachen. Kurz danach sagte sie, wenn der Kopf jetzt nicht mit der nächsten Wehe kommen sollte, würde sie einen Schnitt setzen. Alles klar, der Kopf kam dann raus!

Die Geburt

Noch ein paar Presswehen und dann kamen die Schultern und mein Baby war geboren! Was für ein Erfolg! Ich konnte mein Baby hören, die Schmerzen waren “weg” (ich war wohl nur gelähmt) und es hat geklappt! Nach 13 Minuten Presswehen war mein Kind da! 

Ich durfte mein Baby zu mir nehmen und war die Erste, die sagte: “Es ist ein Mädchen.” Mein Mann hat die Nabelschnur durchgeschnitten und ich habe Oxytocin bekommen, sodass die Plazenta schneller geboren werden konnte.

Danach kam dann die “tolle” Mitteilung, dass ich mir einen Dammriss 2. Grades zugefügt hatte und die Ärztin mich jetzt zusammennähen musste. Es hat so weh getan! Ich hatte überhaupt keine Lust mehr, dass da unten noch weiter rumgefummelt werden sollte.

Sind wir bitte endlich fertig?

Erst wurde Jodid auf die Wunde aufgetragen, dann wurde ich durch mehrere Spritzen betäubt. Aber auf der positiven Seite hielt ich meine Tochter in den Armen und bekam nochmals Lachgas. Perfekt! Nach einer Stunde war die Ärztin fertig. Wir bekamen dann ein bisschen Ruhe und mein kleines Baby kam an meine Brust.

Die Hebamme fragte mich, ob ich die Plazenta sehen wollte. Und ja, auf jeden Fall! Ich wollte jetzt sehen wie die Gefäße, die mir so viele Sorgen durch die Schwangerschaft gemacht hatten, aussahen*. Mir wurde eine “normale” Plazenta gezeigt, ohne freiliegende Gefäße und auch die Nabelschnur lag perfekt in der Mitte.

*In dem Artikel “Schwangerschaftskomplikationen” werden die Gründe hierfür geschildert.

So viele Sorgen um Nichts! Alles, was mir im Laufe der Schwangerschaft erzählt wurde, stimmte letztendlich nicht. Ob die Komplikationen durch die Kraft meiner Meditation weggegangen sind oder ob es einfach die Natur war, weiß ich natürlich nicht. Ich bin nur dankbar, dass alles gut gelaufen ist.

Die ruhige Zeit im Kreißsaal

Die Hebamme hat mich herzlich umarmt und war so stolz und berührt, dass ich es geschafft hatte. Anscheinend hatte sie sich viele Sorgen gemacht, ob es nicht eventuell doch in einem Kaiserschnitt enden würde und hatte meine Entbindung als Risikogeburt eingestuft. Das war auch der Grund dafür, wieso sie an meiner Seite geblieben ist. Ich war ihr einfach nur so dankbar, dass sie es sich zu keiner Zeit hat anmerken lassen. 

Die Kleine wurde gewogen und gemessen und alles war so ruhig und entspannt! Unsere tolle Hebamme hat sich verabschiedet, da es jetzt nochmal einen Schichtwechsel gab. Alles war immer noch sehr entspannt, bis zu meinem ersten Toilettenbesuch.

Wir haben geklingelt, da ich noch nicht alleine gehen durfte und die neue Hebamme meinte sie komme gleich wieder – ich glaube sie kam zwei Stunden später und dann musste ich aber wirklich! Ich habe es nur gerade so geschafft Pipi zu machen. DAS hat unglaublich wehgetan! Wow.

Station Wochenbett

Wir haben noch ein paar Stunden gewartet, in denen ich geschlafen habe und mein Mann die Kleine hatte. Danach sind wir hoch auf die Station, wo eine nette Schwester uns begrüßt hat. Es war alles so toll. Es war nicht chaotisch oder mit Angst verbunden, es war einfach ein sehr schönes Erlebnis.

Wir kamen in ein Familienzimmer und ich konnte mit gutem Gewissen duschen. Es fühlte sich so gut an. Ich war ich, eine selbständige Person nach der Geburt – ich habe in der Dusche fast vor Glück geweint!

Wir haben ziemlich gut geschlafen und am nächsten Morgen teilten wir der ersten Schwester mit, dass wir nach Hause wollten. Die Kleine und ich wurden vom Arzt entlassen. Später wurden wir von meiner Mutter und meinem Sohn abgeholt.

Zu Hause angekommen

Die Entscheidung, so schnell wie möglich nach Hause zu fahren, war absolut das Beste. Wir haben so viel Ruhe um uns herum gehabt, kein Krankenhausessen und ich konnte auch gleich wieder bei meinem Sohn sein. Der Dammriss war das einzige was mich störte, aber nach 3 Wochen oder so war alles auch wieder mehr oder weniger in Ordnung.

Die ganze Zeit nach der Geburt war ich überglücklich. Zu jeder Sache, die ich machen konnte, habe ich gesagt: “Schau mal, dass konnte ich nicht nach dem Kaiserschnitt.” Ich war einfach so stolz und erleichtert, dass ich dieses Mal ein tolles Geburtserlebnis hatte und bin unserer Hebamme unglaublich dankbar.

Ohne sie wäre es nicht unbedingt so glücklich verlaufen. Sie hat alles getan, sodass ich dieses Erlebnis haben konnte. Mein Mann hat alles getan. Er hat mich mehr oder weinger 5 Stunden lang massiert, und nicht auf die sanfte Art und Weise! Und ich habe alles gegeben. Ich war sehr willensstark und habe es mit voller Kraft durchgezogen. Das alles hat zusammen gespielt und ich kann nur empfehlen eine VBAC zu versuchen, wenn alle Bedingungen dafür sprechen.

Katrine unterrichtet Schwangerschaftsyoga, bei dem sie sehr viel Wert auf Meditation und Visualisierung der Geburt legt. Außerdem werden in der Yogapraxis die Muskeln gekräftigt, verschiedene Pranayamas für das Wohlbefinden ausgeführt, die Geburt wird geübt und durch Entspannungsübungen lernt die Frau während der Wehen loszulassen.

Weitere Informationen: https://vitamin-bewegung.de/schwangeren-yoga-berlin

Katrine Kroløkke Allibert

Katrine ist es wichtig ein gesundes Training anzubieten. Zusammen sprechen wir über und erarbeiten Körperstellungen, die Wahrnehmung vom Selbst und Atemübungen. Ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Levels ist für sie purer Genuss.

Leave a Reply