Eine Schwangerschaft ist eine ganz besondere Zeit, die manchmal in dieser stressigen und ergebnisorientierten Geschellschaft vergessen wird. Als schwangere Frau soll man alle Hürden überstehen, bis zum Ende der Schwangerschaft arbeiten können und das ohne einen Gedanken daran, was mit der Frau während dieser Zeit eigentlich alles passiert. Manchen Frauen ist dies recht, aber andere leiden darunter.

 

Für mich war es genau so! Meine zwei Schwangerschaften unterscheiden sich sehr von einanderer und dementsprechend auch meine Bedürfnisse während dieser Zeit. Aber auch die mentale Einstellung und Weltanschauung hat sich deutlich verändert von der ersten Geburt bis zur zweiten! Zum Glück ist Yoga nicht nur etwas, was festgelegt oder steif ist, es ist ein lebendiger Weg zu sich zu finden und verschafft viel Spielraum, der mir im Laufe meiner Schwangerschaften zu Gute gekommen ist.

Yoga als physische und psychische Unterstützung

In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich Schwierigkeiten weg von “Ich kann alles, muss alles machen und das noch am liebsten gestern” zu kommen. Ich habe bis zum Ende der Schwangerschaft viele Tanz- und Yogastunden unterrichtet, die alle natürlich physisch anspruchsvoll waren. Das erstes Mal, als es für mich etwas klarer geworden ist, dass ich einen oder sogar zwei Schritte zurück treten darf, war nach einer Yogastunde. Es war so anstrengend und ich war außerordentlich erschöpft danach! Mein Körper konnte einfach nicht mehr, was ich von ihm verlangte. Gut, die ersten Zeichen angenommen, ich kann/muss nicht alles, check!

 

Als ich mich dann endlich getraut habe meine Vorstellungen, wie ich durch die erste Schwangerschaft gehen müsste, loszulassen, hat Yoga mich aufgehoben und mir meinen wahren Weg gezeigt. Manchmal ist der Weg, den man über einen Umweg oder Umleitung geht, der richtige. Zum Glück ist das nicht so schlimm, da man dadurch viel lernt und für sich mitnehmen kann. Wichtig ist nur, dass man sich darauf verlässt und offen dafür bleibt, immer auf seinen wahren Weg zurückgeführt werden zu können. Und genau das ist mir gelungen. Sowohl in meiner ersten Schwangerschaft, aber noch deutlicher in der zweiten, bei der ich viel Ruhe und Gelassenheit mit einbringen konnte.

 

In meiner zweiten Schwangerschaft war meine geistige Einstellung genau deswegen auch komplett anders als bei meiner ersten Schwangerschaft. Von Anfang an war meine körperliche Stabilität weg, ich hatte Beckenschmerzen und war 24/7 erschöpft. Oben drauf war der erste Kita-Winter angesagt, also war Kind #1 fast mehr zu Hause als in der Kita. Ich hatte dadurch nicht viel Kraft und Zeit für mich übrig und habe so sehr das Meditieren genossen und wertgeschätzt. Nicht nur wegen der Ruhe, die ich dadurch bekommen habe, sondern auch genau so sehr wegen der Verbindung, die ich zum Baby bekommen durfte.

Loslassen und akzeptieren!

Ich bin während meiner Weiterbildung zum zweiten Mal schwanger geworden und habe mich erst sehr geärgert, dass ich die Asanas nicht so mitmachen konnte, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt hatte. Dieses Gefühl konnte ich zum Glück loslassen und das von der Stunde genießen, was mir möglich war.

Ich habe von meiner ersten Schwangerschaft gelernt, dass ich viel entspannter und mit der richtigen Kraft für mich in die Asanas reingehen und Pause machen konnte, wenn ich es brauchte. Die Zentrierung und langes Pranayama, welches ich praktiziert habe, hat mir die Möglichkeit gegeben mich nach Innen zukehren und zurückzutreten. Das Beste was ich als schwangere Frau tun konnte.

 

Da ich zur Hälfte meiner zweiten Schwangerschaft eine schlechte Nachricht bei der Feindiagnostik bekommen habe und es nach einem geplanten Kaiserschnitt und Frühchen klang, wurde der Teppich unter meinen Beinen erstmal weggerissen. Nach dem Schock bin ich zurück zur Meditation und Visualisierung gegangen. Das war das beste “Geschenk” und ich konnte mich mit meinem Kind im Bauch noch intensiver verbinden. Es war immer sehr aktiv wenn ich meditiert habe und wir haben uns in dieser Zeit sehr verbunden. Ich schätze deswegen jede Sekunde, die ich mit dem Baby in meinen Meditationen verbracht habe. Wir haben uns auf einer sehr tiefen Ebene kennengelernt.

Worauf ich als Lehrerin Wert lege

Wenn ich prenatal Yoga unterrichte, bringe ich immer meine eigenen Erfahrungen mit rein. Ich gebe der Frau in jeder Stunde Zeit Zentrierung, Meditation und Pranayama zu erleben. Wenn Frauen sich trauen bei sich zu sein, sich nach Innen zu kehren und sich mit dem Kind zu verbinden, loszulassen und zu atmen, ist das die absolut beste Geburtsvorbereitung, die sie haben können! Ohne Zweifel!

 

Das tolle bei den Asanas ist, dass jede Frau so intensiv praktizieren kann, wie es richtig für sie ist. Darauf lege ich sehr viel Wert. Eine individuelle Betreuung und Beratung ist mir wichtig, da eine Frau an einem Tag richtig loslegen kann, aber das nächstes Mal braucht sie eher Ruhe. Manchmal ist es schwer für sie das selbst einzuschätzen oder wahrzunehmen. Da ich das selber erlebt habe, kann ich mich gut in die Situation reinversetzen und Tipps und Rat geben.

 

Prenatalyoga ist ein Geschenk. Ich spüre immer die mütterliche Kraft im Raum wenn ich unterrichte und die Energie, die mit vielen schwangeren Frauen entsteht. Es ist unbeschreiblich. Es ist so lebensbestätigend und schön. Ich habe großen Respekt für diese Zeit einer Frau, und bin immer am Staunen was für ein Wunder eine Schwangerschaft ist, wie die Frau damit umgeht und am Ende das Kind zur Welt bringt.

Katrine unterrichtet Yoga in der Schwangerschaft mit großer Leidenschaft.

Weiter Informationen unter: https://vitamin-bewegung.de/schwangeren-yoga-berlin

Katrine Kroløkke Allibert

Katrine ist es wichtig ein gesundes Training anzubieten. Zusammen sprechen wir über und erarbeiten Körperstellungen, die Wahrnehmung vom Selbst und Atemübungen. Ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Levels ist für sie purer Genuss.

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