Die Geburt meines ersten Kindes ist wirklich komplett anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte eine super einfache Schwangerschaft mit fast keinen Beschwerden und habe deswegen erwartet, dass die Geburt genauso “leicht” verlaufen würde. 

Dies ist mein Bericht darüber, wie ich zum ersten Mal Mama geworden bin – mit einem unerwünschten Kaiserschnitt. 

Wann fängt die Geburt endlich mal an?

Puhh, ich war so groß, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte. Es war warm und ich musste nachts immer wieder auf die Toilette. Wann meldet sich das Kind endlich? Ich wollte, dass die Schwangerschaft sofort zu Ende ist und, dass ich meinen Sohn in meinen Armen halten kann.

Ich weiß, dass der ET nur ein Hinweis darauf ist, wann ungefähr die Geburt sein wird. Aber ich war voller Erwartungen an diesem Tag. Und natürlich ist nichts passiert! Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Senkwehen, Vorwehen oder irgendwelche Wehen gespürt!  Aber um 4 Uhr morgens bin ich mit einem Drücken im Unterleib aufgewacht. Wie aufregend!

Schlaf gab es bei mir nicht mehr – fängt die Geburt jetzt wirklich an? Die Wehen waren sofort regelmäßig, aber gar nicht schmerzhaft. Ich war mir dann unsicher, ob es überhaupt Wehen waren. So nach ein paar Stunden habe ich meinen Mann geweckt. Er konnte mir leider auch nicht beantworten, ob die Geburt jetzt losgehen wird oder nicht.

Okay, dann machen wir den Test in der heißen Wanne. Hmm, also die Wehen haben nicht aufgehört, aber sind auch nicht doller geworden. Sie waren immer noch regelmäßig: ca. alle 5 Minuten und das mittlerweile über 4 Stunden lang. Und tollerweise war die Wehen nicht so schmerzhaft, wie ich dachte. Ich bin ja glücklicherweise auch sehr tolerant Schmerzen gegenüber. Perfekt.

“Ich glaube ich habe Wehen”

Also ab mit uns ins Krankenhaus. Dort angekommen habe ich beim Kreißsaal mit einem vorsichtigen “Ich glaube ich habe Wehen” geklingelt. Wir wurden reingelassen und die erste Hebamme hat meinen Bauch von Weitem angeschaut mit ein deutlichen Blick, der sagte: “Frau, du bist noch lange nicht in der Geburt”, da mein Bauch noch sehr weit oben war.

Wir wurden zum CTG rein geführt und die Wehen haben natürlich aufgehört. Na toll, nach 6 Stunden regelmäßigen “Wehen”. Eine Hebamme sollte mich trotzdem vor unserer Abreise untersuchen. Also hieß es: warten, warten, warten. Währenddessen ist ein Pärchen vom Geburtsvorbereitungskurs gekommen – sie hatte Wehen! Ich saß völlig unbeschwert daneben und musste mich so zusammenreißen nicht einen Lachkrampf zu kriegen, nachdem ich und mein Mann uns angeguckt haben. PEINLICH!!!!

Nach einer kurzen Untersuchung hat die Hebamme mir erzählt, dass mein Muttermund knapp 1 cm geöffnet ist – WOW – und wenn sich die Geburt an diesem Tag weiter entwickeln sollte, könnte ich wählen, entweder direkt zu einem anderen Krankenhaus zu fahren oder wieder dort anzukommen. Sie würden dann höchstwahrscheinlich für eine Verlegung sorgen, da sie gerade an dem Tag sehr busy waren.

Ananas – yummy

Zuhause angekommen haben wir uns wieder hingelegt und ein paar Stunden geschlafen. Mein Mann hat Mittagsessen gemacht, mit Ananas zum Nachtisch. Lecker, lecker. Danach habe ich mich wieder hingelegt und mein Mann hat angefangen zu putzen. Das Baby kommt ja bald, also soll es sauber sein! Seiner Meinung nach. 

Ich bin immer mal wieder zwischendurch aufgewacht, aber nach etlichen Stunden bin ich plötzlich durch einen Schock mit sehr schmerzhaften Wehen aufgewacht! Oh je, schnell zur Toilette. Dann kam alles raus – in alle Richtungen! Ich habe der Ananas die Schuld gegeben und kann es wirklich nicht empfehlen Ananas direkt vor einer Geburt zu essen! 

Ich habe mich wieder hingelegt, fix und fertig nach der Toiletten-Runde. Wieder bin ich mit einem Schock aufgewacht und zur Toilette gerannt und wieder das ganze Programm auf dem Klo geliefert. So verliefen Stunden, bis die Wehen mit wenig Zeit dazwischen kamen. Da konnte ich nicht mehr zwischendurch schlafen und bin einfach auf der Toilette geblieben. Alles andere war mir zu riskant. 

Entleerung des Körpers, Angst und Unsicherheit

Ich saß eine gefühlte Ewigkeit alleine auf dem Klo. Bin mein ganzes Innere in alle Richtungen losgeworden und habe nur gedacht “ Das Kind muss weiter nach unten kommen”. Das Köpfchen vom Baby lag noch nicht im Becken, das wusste ich, und habe mich deswegen so gestresst. 

Vergeblich habe ich versucht meine Hebamme zu erreichen, da sie früher am Tag gemeint hat, dass ich sie zuerst anrufen soll, wenn die Wehen an Kraft zunehmen. Ich war weiterhin alleine auf dem Klo, glaube ich zumindest, und habe immernoch meine ganze Seele vorne und hinten rausgelassen

Ich war einfach fix und fertig und habe die Schmerzen meines Leben gehabt. Dass ich Schmerzen doch so gut vertragen könne, musste ich noch einmal neu evaluieren. Totaler Joke! Die Hebamme hat sich endlich bei mir gemeldet und meinte wir sollten losfahren. Als im Krankenhaus festgestellt wurde, dass ich mich 2 -3 cm geöffnet hatte, sollten wir eigentlich zu ihrer Praxis für Schmerzlinderung fahren (30 Minuten entfernt).

Mit diesen Schmerzen? VERGISS ES! Das war mein Gedanke dazu.

Zurück zum Kreißsaal

Losfahren und ab mit uns ins Krankenhaus. Ich bin das Treppenhaus alleine runter gelaufen, da mein Mann das Auto vom weit weg gelegenen Parkplatz holen musste. Mit tausend überwältigenden Gefühlen bin ich zur Straße gekommen. Dort habe ich mich während der Wehen voller Schmerz ans Autos gelehnt. Einfach nicht besonders schön.

Beim Krankenhaus bin ich von der Straße alleine zum Eingang und Fahrstuhl gelaufen. Es hat lange gedauert, da ich ungefähr nur 3 Schritte weit alle 5 Minuten gekommen bin. Mein Mann hat zu der Zeit einen Parkplatz gefunden und mich eingeholt. Es war trotzdem sehr viel Alleinsein.

Stay tuned für Teil 2: Die Eröffnungsphase und der Kaiserschnitt und Teil 3: Die Nachfolgen

Katrine unterrichtet Yoga für Kaiserschnitt-Mamas vom Herzen. Es wird ein vertrauensvoller Raum geschaffen, in dem Frauen ihre Geschickte loswerden können, egal ob der Kaiserschnitt geplant oder akut war. Voneinander zu lernen ist für sie so bedeutsam und lohnend.  

Weitere Informationen: https://vitamin-bewegung.de/ruckbildungskurs-nach-kaiserschnitt

Katrine Kroløkke Allibert

Katrine ist es wichtig ein gesundes Training anzubieten. Zusammen sprechen wir über und erarbeiten Körperstellungen, die Wahrnehmung vom Selbst und Atemübungen. Ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Levels ist für sie purer Genuss.

Leave a Reply

I confirm