Mein erstes Kind ist per Notkaiserschnitt zur Welt gekommen. Es war ein großer Schock für mich und ich habe lange Zeit danach darüber getrauert, dass mir eine vaginale Geburt und ein schöner Weg in die Mutterschaft “beraubt” wurde. Deswegen hatte ich den starken Wunsch mein zweites Baby vaginal zu entbinden.

Es wurden zwei Komplikationen, Vasa- und Plazenta-Prävia, in der 23. Schwangerschaftswoche bei mir diagnostiziert und der Arzt gab mir erst keine Chance darauf vaginal entbinden zu können. Der daraufhin geplante Kaiserschnitt sollte vielleicht schon in der 35. Woche ausgeführt werden, was natürlicherweise große emotionale Schwankungen bei mir auslöste. 

Da ich aber vier Wochen später bescheid bekam, dass ich jetzt doch eine vaginale Geburt versuchen konnte, war das alles sehr ambivalent. Ich war sauer über alle die Sorgen, die ich mir umsonst gemacht hatte (und weiterhin noch musste, da Vasa Prävia wieder festgestellt wurde) und überglücklich darüber, dass ich hoffentlich die riesige OP vermeiden und ein wahres Geburtserlebnis haben konnte.

Wo entbinden?

Wir haben uns entschieden uns bei zwei Krankenhäusern anzumelden. Nur wegen des kleinen Risikos, dass etwas vorzeitig oder mit dem Anfang der Wehen schief gehen könnte, wegen Vasa Prävia. Und ich wollte bestimmt nicht, wie bei der Geburt meines Sohnes, alleine in einem Rettungswagen liegen, während eine Anmeldung für mich in einem anderen Krankenhaus gemacht wird. 

Also war ein Level 1 Krankenhaus für Geburtsmedizin angesagt und dann das Krankenhaus, in dem ich gerne entbinden wollte. Ich hatte sehr konkrete Vorstellungen, was ich mir dieses Mal wünschte, sodass alle Bedingungen für eine vaginale Geburt optimal sein konnten und freute mich mit dem Fachpersonal in den Krankenhäusern darüber zu sprechen.

Wir hatten innerhalb von einer Woche die Anmelde- und Geburtsplanungstermine in beiden Krankenhäusern – zum Glück!

Die “Geburtsplanungen”

Im Level 1 Krankenhaus wurde mir ein Geburtsplanungsgespräch angeboten, da ich schon gesagt hatte,dass  ich eine VBAC (vaginal birth after caesarean) möchte. Voller Erwartungen sind mein Mann und ich hingegangen.

Was ich anstatt eines Gesprächs bekommen habe: “Bitte lesen Sie dieses Schreiben über alles was schief gehen kann, wenn eine Frau nach einem Kaiserschnitt vaginal entbinden möchte, durch. Im schlimmsten Fall kann das Baby, die Mama oder beide sterben. Hier unterschrieben. Sonst Fragen?”

Wir waren im Schock! Über diesen in unseren Augen widerwärtigen Weg, sich gegen Verhaftungen abzusichern. Das wir so etwas unterschreiben mussten, war uns klar, aber man kann es auf viele verschiedene Arten verkaufen!

Außerdem waren mir die Risiken bekannt. Es hat uns letztendlich bestätigt, dass wir nicht in dieser Level 1 Fabrik entbinden wollten. Wir wollen als Menschen gesehen werden und nicht als Fall, den man so schnell wie möglich doch zu einem Kaiserschnitt bringen sollte. Es war so unfassbar, ich kann das Gefühl von Unglaube gar nicht beschreiben. 

Das Gespräch in meinem Wunschkrankenhaus sah ganz ganz anders aus! Ich habe mich unterstützt gefühlt, habe meine Wünsche mitteilen können und noch viel mehr. Es war wirklich ein sehr angenehmes und geborgenes Gespräch. DANKESCHÖN!

Die Geburtsvorbereitungen

Ich wollte mich dieses Mal so gut vorbereiten, wie es mir überhaupt möglich war, und habe unter anderem viel visualisiert wie die Geburt werden sollte; wie das Baby sich im Becken rein schrauben und wie es geboren wird. Ich habe auch vor meinem inneren Auge gesehen, wie die festgestellten Probleme sich auflösen werden.

Ich habe ein Programm, dass sich “Smertefri fødsel” (schmerzfreie Geburt) nennt gefolgt, wo besondere Entspannungs- und Atemübungen, bei denen ich die Geburt seit der 34. Schwangerschaftswoche durchgespielt habe, fast jeden Tag ausführte.

Ich habe sehr viel über meine Wünsche und über verschiedene mögliche Szenarien mit meinem Mann gesprochen und er wusste genau, was ich wollte und hat sich auch viel stärker in seiner Anteilnahme bei der Geburt gefühlt. Es hat mir ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe gegeben, dass ich wusste, dass mein Mann für mich sprechen kann, wenn ich nicht in der Lage dazu bin.

Katrine unterrichtet Schwangerschaftsyoga, bei dem sie sehr viel Wert auf Meditation und Visualisierung der Geburt legt. Außerdem werden in der Yogapraxis die Muskeln gekräftigt, verschiedene Pranayamas für das Wohlbefinden ausgeführt, die Geburt wird geübt und durch Entspannungsübungen lernt die Frau während der Wehen loszulassen.

Weitere Informationen: https://vitamin-bewegung.de/schwangeren-yoga-berlin

Katrine Kroløkke Allibert

Katrine ist es wichtig ein gesundes Training anzubieten. Zusammen sprechen wir über und erarbeiten Körperstellungen, die Wahrnehmung vom Selbst und Atemübungen. Ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Levels ist für sie purer Genuss.

Leave a Reply